„Eindeutig Liebe“ (J.Thompson)


Wer dachte, dass Bella und Edward das Nonplusultra nach Romeo und seiner Julia wären, der kennt Sienna und Nick noch nicht!
Selten habe ich einen, auch explitit als solchen betitelten, Liebesroman beendet und war so zufrieden mit Gott und der Welt.
Und nein- dieser Roman lügt einem nicht das Blaue vom Himmel herunter und es kommt auch kein lang ersehnter Prinz auf einem weißen Pferd daher. Gewinn und Verlust liegen auch hier, wie im Leben, dicht beieinander. Aber trotzdem entfährt einem das ein oder andere zart gehauchte „Hach…wie schön!“, wenn man sich in dieses Buch vertieft.

 
Sienna ist Anfang zwanzig, als sie einen Job als Journalistin bei einem Londoner Verlag erhält. Zu Beginn der Geschichte sitzt der Leser mit ihr zusammen im Zug auf dem Weg zu eben jener noch frischen Arbeitsstelle. Und schon diese „Wegbeschreibung“ ist nicht anders als „köstlich“ zu betiteln. Jeder, der mal eine zeitlang als Pendler im öffentlichen Nahverkehr unterwegs war, ob nun hier in Deutschland oder wie Sienna in England, der kann nachvollziehen von welcher Art von Menschen oder auch Gerüchen hier gesprochen wird. Nicht nur an dieser, sondern auch an etlichen anderen Stellen im Buch, möchte man vor sich hingrunzen oder in schallendes Gelächter ausbrechen.

Doch an diesem Morgen trifft Sienna in diesem Zug eben auch das erste Mal auf IHN: Nick. Nichtsahnend, dass er der bisher im Urlaub befindliche Arbeitskollege ist, amüsieren sich beide über die aktuelle Schlagzeile eines Klatschblattes, das von einem der Zugreisenden gelesen wird. Trotzdem sich beide auf Anhieb nur durch einen Augenkontakt mehr als sympathisch sind, ergreift jedoch keiner von eindeutig-liebeihnen die Chance den ersten Schritt zu tun. Sie verlassen den Zug im Glauben sich vermutlich nie wieder zu sehen.
Das Erstaunen über den unglaublichen Zufall, der sie dann in dem Londoner Verlagsgebäude wieder zusammengeführt hat, halbwegs verarbeitet und sich selbst ihrer Gefühle für einander bewusst werdend, halten beide mit ihrer Liebe hinter dem Berg und werden das Schlimmste, was ihnen in diesem Moment einfallen konnte: Beste Freunde!
Über Jahre hinweg erkennen alle Menschen in ihrem Umfeld die tiefen Gefühle der beiden für einander, nur Sienna und Nick halten es für unmöglich, dass der jeweils andere etwas empfinden könnte. Sie entscheiden nichts davon zu offenbaren und dann kommt in den unpassendsten Momenten ja auch noch das Leben dazwischen…

Eine meiner Freundinnen hat mal den weisen Satz gesprochen, dass alles seine Zeit hätte. Ich bin mir sicher, dass den vor ihr auch schon jemand anderes geäußert hat, aber worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass sie damit vermutlich recht hat (oder eben auch der Mensch, den sie zitiert hat 🙂 ) und genau das spielt auch in Siennas und Nicks Leben eine erhebliche Rolle. Manchmal weiß man eben erst hinterher, warum man auf etwas Gutes eine gefühlte Ewigkeit warten musste.

Jessica Thompson trifft mit den manchmal romantischen, manchmal aber auch ernsthaften Passagen aus Siennas und Nicks Leben mitten ins Leserherz. Ein Portiönchen Phantasie, eine Prise Kitsch und mehrere Schüsse zwischenmenschlicher Realität machen „Eindeutig Liebe“ zu einer ausgewogenen und wirklich entzückenden Unterhaltung.
Wer gern Liebes- und Beziehungsgeschichten liest, die weit mehr sind, als eine abgeflachte Ausgeburt des frechen ChickLit Genres, der ist hier also wirklich gut bedient.

Meiner Meinung nach empfehlenswert für Leser von: Juliet Ashton, Jojo Moyes, Lori Nelson Spielman und ein bisschen Cecilia Ahern.


Titel: „Eindeutig Liebe“
Autor: Jessica Thompson
übersetzt von: Dietmar Schmidt
erschienen im: September 2012
aktuelle Ausgabe: Taschenbuch 9,99 € (auch als Ebook 8,49 €)
Seiten: 462
ISBN: 978-3-404-16787-6

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2 thoughts on “„Eindeutig Liebe“ (J.Thompson)

  1. Ha, das hab ich auch gelesen und was soll ich sagen, ich habe es gehasst. Er ist ne furchtbare unreife Nervensäge und es passiert über 500 Seiten einfach mal gar nix. So unterschiedlich sind Geschmäcker. Aber das Cover ist sehr hübsch.

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